Sonntag, 29. Januar 2012

5 Männer, 5 Geschichten, 1 Leben

Ich erinnere mich an die Leute aus meiner Vergangenheit. Zeiten magen vergehen, aber Erinnerungen und Emotionen kann man fest halten. Zeiten werden geprägt von ihnen und wenn man sich an sie erinnert kommen Stücke davon hoch. Ob das gut oder schlecht ist, kommt auf die Situation an.
Wenn sie nicht wehtun, kann man an die Erinnerungen aus vergangen Zeiten denken.
Doch sollten sie es, sollte man sie hinter sich zurück lassen.
Ich erinnere mich an meine erste Beziehung. Es war Frühling, als aus bester Freundschaft mehr wurde. Es lag Liebe in der Luft, aber auch kindliche Hemmungen. An meinen ersten Kuss erinnere ich mich noch. Und wie sehr ich mich davor fürchtete etwas falsch zu machen. Aber er gab mir Halt und überzeigte mich.
Ich erinnere mich bis heute an die Stelle, wo dies geschah. Wo wir in der Schule jede Pause waren.
Es mag nicht von Dauer gewesen sein, aber es war schön.
Wenn ich daran denke kommt Wärme in mir auf. Die Wärme des Frühlings und des Sonnenscheins, aber auch die Wärme der Umarmung, die er mir schenkte, als ich mal wieder zitterte, weil ich nur meine kühle Lederjacke trug. Aber ich wollte für ihn schön sein und so gab ich ihm einen Grund für seine langen Umarmungen.

Wenn ich an meine zweite Beziehung denke, überkommt mich die Erinnerung und das Gefühl von Leidenschaft, Sommer, schwere Hitze. Der Lärm der Autos auf der Schnellstraße, an deren Rand ich immer zu ihm ging. Vorbei an Teichen und Seen, Feldern und Wälder. Es war weit, dennoch hat es sich immer gelohnt. Ich vergaß alles was ich kannte bis dahin und lernte neue Dinge und eine völlig neue mir fremde Welt kennen. Zärtlichkeit, Selbstlosigkeit und beides wurde mir geschenkt. Ich erkannte was es hieß einen Menschen wirklich zu lieben und alles für ihn tun zu wollen. Er war ein Man, der sehr erwachsen war und reif. Es bist heute auch noch ist. Damals fühlte ich mich nicht mehr wie das kleine Mädchen, sondern wie die stolze Frau an seiner Seite.
Doch diese schönen Zeiten werden geprägt von nachfolgendem Schmerz, Enttäuschungen. Dummen Taten und schlimmeren Folgen. Verzweiflung, Verwirrung und Missverständnis. An das Ende versuche ich mich nie zu erinnern. Doch manchmal wenn ich in meinem Tagebuch blättere und auf jene Seiten stoße kommt es hoch. Dann klappe ich es zu und lege es zur Seite und erinnere mich nur an das Schöne. An den Sommer, die Hitze und die Dinge, die ich aus der Zeit lernte. http://youtu.be/INayqXtAVfY

Der dritte Junge in meinem Leben schenkte mir Halt. Mehr als Halt. Er war für mich etwas, woran ich mich immer festhalten konnte, selbst wenn alles um mich herum einstürtzte. Er hat mir oft aus ausweglosen Situationen geholfen. Ich konnte immer zu ihm kommen, wenn mir etwas auf dem Herzen lag. Und wenn es etwas Schlimmeres war, war er jedes Mal für mich da, ohne irgendeine Ausnahme.
Er musste lange kämpfen damit ich zu ihm gehörte, aber ich kann behaupten, und das ist mir egal ob es eingebildet klingt oder nicht, dass er mich auch verdient hat. Jeder Junge, der um ein Mädchen kämpft und alles tun würde, was er könnte, hat es verdient. Das, was uns nur leider im Weg stand und woran alles scheiterte war die Entfernung. Aber daran denke ich kaum mehr.
Viel lieber erinnere mich an die Woche im Paradies, die ich mit ihm verbrachte. An die kühlen Tage, in denen wir unterwegs waren, an den Duft von Heu in der Scheune und den seiner Jacke, die ich immer trug wenn es draußen zu kalt war. Weil er jünger war als ich, sagte mein Beschützerinstinkt oft ich sollte mehr auf ihn aufpassen. Bis heute gebe ich zu: Ja, er baut immer noch oft und gerne Scheiße und ist generell sehr leichtsinnig. Aber er ließ mich mit seiner unvergleichbaren Art wieder das fühlen was ich war. Jung. Frei. Damals war ich viel zu schnell erwachsen geworden und hatte vergessen das dies auch Nachteile hatte. Er weckte etwas in mir, das nicht das innere erwachsene Alter von 20 war. Nein, bei ihm fühlte ich mich wieder so jung, wie ich war. Und so wie ich es sollte. Trotzdem haben seine Taten damals oft zu Streit geführt. Streit, den ich eigentlich gar nicht wollte, nur sorgte ich mich eben um ihn. Ich erinnere mich kaum noch daran, wie alles zerbrach. Wenn ich an die alte Zeit denke, denke ich am liebsten an diese eine Woche im Paradies. Ich werde immer sagen, dass es die Schönste meines Lebens war. http://youtu.be/2qea3lLr5qQ

Über den vierten und fünften kann ich kaum etwas sagen.
Ich teile keine Erinnerungen mit ihnen und auch keine sonderlich lange Zeit. Trotzdem gibt es zwischen ihnen sehr große  Unterschiede.
Ich bemühe mich bei jedem nur das Gute zu erwähnen, doch irgendwie gibt es da nicht viel.... jedenfalls nicht bei dem vierten Man.
Anfangs gab er sich alle nur erdenkliche Mühe. Stundenlanges schreiben, nie enden wollende Abende vor der Cam. Doch letztendlich hat er mir nur das Blaue vom Himmel gelogen. Bis heute bin ich beeindruckt, wenn auch auf eine sehr abwertende Weise, wie überzeugend er war. Und wie er sich all die Arbeit machte, mich mit seinen Leeren Worten und Versprechen rum zu kriegen.
Ich hasse ihn nicht, weil er mich traurig gemacht hat. Ich bin auch nicht wütend auf ihn. Vielmehr bin ich wütend auf mich und hasse mich dafür, dass ich ihm all das geglaubt habe und ihm vertraut habe, nur weil er etwas dicker mit dem aufgetragen hat, was schon andere meinten vor ihm. Nur musste ich wieder darauf hereinfallen. http://youtu.be/JwOya18u8_Q

Ich hab lange überlegt ob ich die fast-Beziehung mit dem fünften Jungen erwähnen soll. Schließlich war ich nie mit ihm zusammen. Doch wäre uns mehr Zeit geblieben, wäre es sicherlich auch dazu gekommen. Ich kannte ihn nicht sonderlich und nach dem was er mir über sich erzählt hat, ist er auch kein Heiliger gewesen. Aber er hatte eben seine Probleme und eine Vergangenheit, auf die er nicht stolz war. Trotzdem war er ein guter Mensch, dessen Leben ein zu frühes Ende fand.
Jeder Mensch macht Fehler. Mein Fehler war es ihn anzulügen und ihm nicht zu glauben. Ich hätte auf ihn eingehen sollen, bevor es zu spät war.
Was würde ich dafür geben noch etwas Zeit mit ihm verbringen zu können?... Er hat alles getan und alles versucht, doch ich war so dumm ihm nicht zu glauben.
Wie es hätte werden können, das weiß keiner. Man kann es nur vermuten.
Ich erwähne ihn hier, weil er eine Spur in meinem Leben hinterlassen hat. Aber eine der Wenigen, die niemand jeh wegwischen kann. http://youtu.be/Kuecl9XkTVM







Kommentare:

  1. Hallo,

    ich bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen und habe mir den Text durchgelesen.
    Ich mache grade selber eine ziemlich blöde Zeit durch und kann deswegen gut nachvollziehen wie es dir in diesen Situationen ging.
    Du erzählst hier eine unglaublich schöne und traurige Geschichte zugleich, geprägt von glücklichen, wie auswegslosen und verzweifelten Momenten, wie sie wohl leider viele erleben müssen.
    Ich hoffe du liest diesen Kommentar, weil du ihn mit dieser tollen Seite auf jeden Fall verdient hast!

    Jeder verarbeitet seine Erlebnisse anders, manche schreiben es auf, manche singen es & lassen alles raus und manche machen Bilder und versuchen alles damit auszudrücken - wie ich.

    Vielleicht möchtest du ja mal auf meiner Seite vorbeischauen. (:

    Liebe Grüße,
    Anna-Lena

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    1. Hallo Anna-Lena
      danke dafür, dass du diese Seite magst :)
      ich habe auch auf deine Seite gesehen und deine Bilder sind wirklich sehr gut. ich finde du hast wirklich Talent im Fotografieren :)

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