Sonntag, 26. Februar 2012

ღHerzflimmern Kapitel 4

Liebes Tagebuch,
wenn man anfängt das zu begehren was man verachtet, ist es, als würde man eine Affäre mit dem Teufel anfangen. Offenen Auges läuft man in sein Unglück, scheinbar ganz willkürlich. Wie es enden wird, ist klar. Man wird untergehen, egal wie, egal wo, egal wann, aber es ist sicher.
Der Grad auf dem ich stehe, irgendwo zwischen den Fronten, kommt mir verdammt schmal vor. Meine größte Angst ist die, wieder den gleichen Fehler mit den gleichen falschen Menschen zu tun. Aber was hält mich davon ab? Meine Moral? Mein Gewissen? Mein Sinn für die Gerechtigkeit oder sonst etwas derartiges? Nein, sicher nicht, denn diese Dinge scheinen schon lange keine Geschehnisse mehr zu beeinflussen. Außerdem ist da diese irrationale Anziehung zu ihm, die ich nicht verstehe und sie ist stärke als alles andere. Aber irgendwie muss ich standhaft bleiben. Wenn es drauf ankommt kann ich es ja auch meistens.....

Die Tage vergingen. Nicht langsamer als sonst, nicht schneller. Alles schien so zu sein wie immer.
Aber es schien nur so, denn Kleinigkeiten änderten sich. Kaum merkbar, aber vorhanden.
Vikas Art gegenüber Rick wurde immer kälter. Warum sollte sie ihm hinterherlaufen, ihn wollen, wenn er sie nicht schätzte? Wenn Dan es doch getan hatte, aber sie auch nicht bekam?..
Oft stritten sie sich, aber ihr war es egal, denn er war ihr egal und alles was er dachte, fühlte, tat, war es auch.
Sie stritt sich auch mit besten Freunden, wenn man sie denn so nennen konnte. Freunde waren doch diese Leute, die hinter einem standen, oder? Die, die einen unterstützen und nicht alles noch verkomplizieren?
Scheinbar konnte sie die ein oder anderen Menschen einfach nicht Freunde nennen. Ganz einfach, weil sie es nicht verdienten und sie Dinge sagten, die Freunde niemals zueinander sagen würden. Von Tag zu Tag wurde immer klarer, wen sie in ihrem Leben haben wollte und wen nicht. Wenn sie so darüber nachdachte, wünschte sie sich oft einen Joker zu haben, der für sie ein paar Leute aus ihrem Leben kickt. Denn sie konnte dem ein oder anderen nicht hart ins Gesicht sagen, dass er ihr nichts bedeutete, weil es bei ihm anders war. Solche Dinge brachte sie nie übers Herz.
Andererseits wurde ihr auch klarer, wie wichtig ihr ihre richtigen Freunde waren. Und mittlerweile konnte sie auch auf ein paar von den Leuten zählen, von denen sie es nicht er wartet hatte, dass diese für sie da waren.....

Vika lag noch im Bett als sie aus dem Fenster sah. Ihre Gedanken schweiften umher und sie musste an Dan denken. Es verging, selbst ein Monat danach, kein Tag, an dem sie es nicht tat. Zu seiner Beerdigung konnte sie nicht gehen und jetzt lag er unter der Erde. Sie hatte ihn nie gesehen und kaum wirklich gekannt, aber vielleicht war es auch besser so. Sie wollte es sich verkneifen, weiter darüber nachzudenken, aber sofort spürte sie die Leere, die in ihr aufkam. Nicht schon wieder...
Als sie sich herumdrehte, klingelte
ihr Wecker. Vika wollte nicht aufstehen und drehte sich noch einmal herum. Einschlafen würde sie schon nicht, nur ein bisschen liegen....
,,VIKA HAST DU MAL AUF DIE UHR GESEHEN?!", hörte sie ihre Mutter schreien. Sie schreckte hoch als würde jemand Strom durch ihren Körper jagen. War es nicht gerade noch viertel nach sechs? Sie sah auf ihren Wecker. WAS? SCHON VIERTEL NACH SIEBEN ?
Sie sprang aus ihrem Bett und eilte ins Bad. Vorbei an ihrer Mutter die in der Küche Frühstück machte und ihr einen finsteren Blick zu warf.
,,Hat dein Wecker wieder nicht geklingelt?"
,,Nope" sagte Vika schnell um weitere Diskusionen zu vermeiden.
Im Bad hieß es erstmal waschen, schminken, Haare machen. Verdammt viel und verdammt wenig Zeit.
Als sie das alles hinter sich hatte und sich auch angezogen hatte setzte sich zu ihren Eltern, die schon fühstückten. Ihr Vater beschwerte sich mal wieder darüber, dass der Honig vom warmen Brot lief, während ihre Mutter in der Zeitung Sodoku machte und das, was er sagte nicht sonderlich beachtete.
Im Hintergrund liefen die Nachrichten auf Sat1. Vika blickte unbeteiligt das morgendliche Schauspiel an. Immer wieder das Gleiche.
Ihre Mutter riss sich bei dem Klang der Stimme, der Nachrichtensprecherin von der Zeitung los und sah auf die Uhr.
,,Hohl´s Auto raus sie kommt zu spät.", sagte sie zu ihrem Man
Dann blickte sie zu Vika. ,,Willst du nichts essen, Schatz?"
,,Kein Hunger." , antwortete sie, drehte sich herum und ging die letzten Dinge einpacken, Jacke anziehen und los zur Schule.
Es war Montag, der schlimmste Tag der Woche.

In der Schule war mal wieder jeder mit sich selbst beschäftigt. SMS schreiben, zeichnen, tratschen, Centstücke durch die Klasse werfen und die Lehrer mit all dem auf die Palme bringen. So sah ein normaler Schultag aus. In der Pause vor der fünften und sechsten Stunde redete sie so wie jede Pause mit Alice, eine von den Freundinnen, die immer hinter ihr standen, schon seit der ersten Klasse.
Natürlich merkte sie, weil sie Vika schon lang genug kannte, das etwas nicht stimmte. Aber letzter Zeit tat es das nie, also redeten sie kaum noch darüber.
,,Hey, siehs doch so, wenigstens ist er glücklich gestorben, weil er dachte du liebst ihn auch.", sagte Alice, während sie ein Stück von ihrem Crosant aß und Vika etwas abgab.
,,Hm... du hast wahrscheinlich recht. Aber mit einer Lüge sterben?! Das ist doch mehr als scheiße..."
,,Es war ja eine schöne Lüge."
Vika blickte ins Leere und schluckte.
,,Jetzt kann man auch nichts mehr ändern, also ist es egal."
Alice schwieg und es kam eine unbehagliche Stille auf.
,,Hey du hast gleich Textil, oder? Mit Mick."
Sie warf Vika ein spottendes Lächeln zu. Mick war....feige, falsch, verlogen, hatte Vika, seitdem sie denken kann beeinflusst,verarscht und ausgenutzt. Damals hatte er kurzzeitig sogar ihre Beziehung mit Julius zerstört, einfach, weil er so überzeugend und beeinflussend sein konnte. Sie hasste ihn bis aufs Mark.
Alice zuckte mit den Schultern.
,,Reg dich nicht wegen diesem Schwuli auf, der ist es nicht Wert und hat dich nur zugelabert, weil er auf Rothaarige steht."
Sie zwinkerte Vika zu, worauf diese lachen musste.
,,Lieber rotthaarig als ne Krüppelnase. Ich kann sie mir färben."
,,HEY meine Nase ist WUNDERSCHÖN!"
,,Haha total."
Jetzt lachten Beiden wieder über den Freundschaftlichen Krieg, der ausgebrochen war, weil keiner seine "Fehler" eingestehen wollte. So war es eben wenn zwei sture kleine Zicken sowas wie beste Freundinnen waren.
,,Naja, viel Spaß mit ihm."
Vika verdrehte die Augen und sagte sarkastisch danke.
,,Eines Tages werd ich seiner Freundin sagen, was ihr toller schwuler Freund gemacht hat." Vika   verkniff angewidert das Gesicht bei der Erinnerung
,,Wenn sie erfährt, dass er sie mit dir betrogen hat, dann bleibt Mick sein Lebtag Single. Ich glaub nicht das jemand anders ihn haben will...."
Es klingelte. Vika packte ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg zum Textil-Raum.
,,Tschüss."
,,Bis morgen. Das schaffst du. Hast schon Schlimmeres mit ihm durchstanden." Sie zwinkerte und Vika hätte ihr jetzt am liebsten in die Seite gekniffen.
,,Haha....Du bist lustig."
Mick war der einzige  Grund, warum sie Montage hasste....

Samstag, 25. Februar 2012

Die Gedanken rauschen durch den Kopf wie das Wasser eines Flusses.
Reißende Ströhmung fließt immer weiter und schneller wie sie, die nie lange an Einzelheiten haften. Dann münden sie in einem See. Dieser See bist du und alles was ich über dich denke und von dir halte. Sieh ihn dir an. Vergiftetes Wasser. Jeder kleinste Wassertropfen in dem stürmischen See ist eine weitere Enttäuschung von dir. Dieser See... überall nur Zerstörung und Tod. Stell dir vor, das könnte auch mein Herz sein, wenn du mir nicht rechtzeitig egal geworden wärst.

Sonntag, 19. Februar 2012

ღHerzflimmern Kapitel 3

Vika saß schweigend da. Die Hand in der sie das Telefon hielt, zitterte, wie ihr restlicher Körper. Ihre Atmung verkrampfte sich immer wieder, während zahllose Tränen flossen. Für einige Sekunden, die sich anfühlten, wie eine Ewigkeit, herrschte Stille. Ihr Schluchzen war alles, was man hörte, bis Julius diese, zum Ersticken erdrückende Stille brach.
,,Woher kanntest du ihn?"
In dem Moment wusster er nicht, wie richtig das war, was er tat. Vika wenigstens für den Moment nicht zu sehr über die Situation nachdenken lassen, war das Beste, was er tun konnte. Es bewahrte sie, wenn auch nur für das Jetzt vor innerer Selbstzerstörung.
Dennoch würde das früh genug auf sie zukommen.
Sie versuchte sich zusammen zu reißen und antwortete ihm.
,,Mehr oder weniger durch Benn."
Julius schwieg einen Moment.
,,Hast du ihn geliebt?"
Seine Stimme klang bedrückt und sie brauchte ihn nicht vor sich zu sehen um zu wissen, dass ihm unwohl war. Sie kannte ihn gut genug.
,,Nein, naja, nicht wirklich. Er meinte, er liebt mich, wollte eine Beziehung und das alles... Ich hab ihn angelogen und ihm gesagt, dass ich ihn auch liebe. Irgendwie hab ich das ja auch. So wie einen sehr guten Freund, vielleicht mehr. Aber es hat eben nicht gereicht."
,,Jetzt ist es egal. Er ist tot."
Vikas Atem stockte kurz, als sie seine herzlosen Worte hörte. Gerade hatte sie sich ihm mitgeteilt, ihm ihr Herz ausgeschüttet, und er?  Ihn schien das kein Stück zu interessieren. Er war kalt und Mitgefühl war scheinbar zu einem Fremdwort für ihn geworden. Früher war er anders. Aber vielleicht konnte er einfach mit der Situation nichts anfangen.
,,Wie kannst du das so einfach sagen?!"
,,Ich kannte ihn nicht wirklich. Hab' ihn vielleicht mal gesehen. Das war's."
Wieder war es Still. Vika schniefte kurz und wischte sich das Gesicht mit ihrem Ärmel ab. Sie hörte wie bei Julius im Hintergrund etwas von Polizeifunk gesprochen wurde und, dass sein Vater gerade im Internet nach einem Unfallbericht suchte.
Als die Hintergrundgeräusche verschwanden und sie hörte wie eine Zimmertür geschlossen würde, wusste sie, dass er wieder alleine war.
,,Und du bist dir wirklich sicher? Ich kann und will das nicht glauben."
Sie wusste, dass er sie niemals anlügen würde. Erstrecht nicht bei sowas. Jus, wie sie ihn manchmal immer noch liebevoll nannte, was aus der Zeit kam, als sie noch zusamen waren, war auch einer der wenigen Menschen, denen sie blind vertrauen konnte. Also hätte sie sich diese Frage theoretisch schenken können.
,,Ja, bin ich. Wir wollten die Straße entlang fahren. Das war vor so ungefähr 2 Stunden. Da war alles abgesperrt. Ein Krankenwagen fuhr gerade weg. Ohne Rotlicht und ohne jemanden eingeladen zu haben. Da waren Polizeiautos und der Wagen von seinen Eltern war auch da. Ich hab keinen von ihnen gesehen, aber ich kann mir vorstellen, wie sie aussahen, nachdem sie die Leiche ihres Sohnes gesehen haben. Dieser scheiß Autofahrer. Der hat Schuld an dem Ganzen."
Vika schwieg.
,,Willst du vielleicht mit meiner Schwester reden? Oder meiner Mutter?", fragte Julius
,,Nein, ist schon okay. Sie können auch nichts ändern. Ich muss jetzt sowieso auflegen..."
,,Ja ich auch."
,,Okay bis dann."
,,Bye."
Langsam ließ sie das Telefon sinken und wie in Trance ging sie die Treppe herunter, legte es auf seinen Platz. Sie legte sich ins Bett, egal wie spät es  war, denn es war noch recht früh. Egal, was sie noch für die Schule machen musste. Sie legte sich hin und bis dahin gelang es ihr an nichts zu denken.
Doch als Vika da lag und Stille das Einzige war, was sie umgab, brach es aus. Ihre Gedanken, ihre Tränen, vernichtende Vorwürfe, Leugnung. Sie verschloss die Augen vor der Wahrheit, weil sie diese nicht ertragen konnte. Es ging zu vieles in ihrem Kopf vor sich, um es auch nur ansatzweise beschreiben zu können.
Er kann nicht tot sein. Nein er darf es nicht. Das muss .... keine Ahnung ...eine Verwechslung, ein Irrtum sein. Dan darf nicht tot sein, ich hab ihm doch noch nicht ganz die Wahrheit gesagt. Er darf nicht mit all diesen Lügen gestorben sein...
Sie krallte ihre Hände in ihr Kissen und versuchte verzweifelt diese quälenden Gedanken irgendwie loszuwerden. Aber es ging nicht. Sie glaubte das alles nicht.
Morgen, da wird er on kommen. Und dann ist alles gut.
Sie wusste, er würde es nicht. Aber es war kaum in Worte zu fassen, wie sehr sie das doch irgendwie hoffte.
Sie drückte ihr Kissen fest an sich, während sie spürte, was alles in ihr tobte. Und dann war da noch diese Einsamkeit, die in Zukunft ein Bestandteil ihres Lebens werden würde.
Doch auf einmal wurde sie ganz ruhig. Ihr Körper entspannte sich und für einen Moment belastete sie nichts mehr. Sie spürte deutlich die Anwesenheit von etwas, jemandem und irgendwie beruhigte sie das. Dann war da auch noch ihre Erschöpfung, die sie heimsuchte und ihre Müdigkeit und auf eine ihr unbekannte Weise verspürte sie Frieden.
Sie dachte an das, was Dan ihr geschrieben hatte vor einem oder zwei Tagen vielleicht war es auch noch am Gleichen. Er würde sie lieben, solange er lebte und würde er sterben, so würde er immer auf sie aufpassen, denn ganz alleine könne er sie nie lassen.
Ein wohliges Kribbeln zog über ihre Wange, fast so, als würde sie jemand dort behutsam streicheln. Die Decke, die auf ihr lag wurde schwer, so als würde sie sich diese mit jemandem teilen. Und so schlief sie friedlich und ruhig ein, mit dem Wissen, das jemand bei ihr war, so wie er es versprochen hatte.
Ob dies nun Einbildung war und es ihr nur deshalb so vorkam, weil sie schon halb schlief,  darüber konnte man streiten. Für sie war es echt und ganz und gar verlassen hatte er sie nicht. Nur war jegliche Hoffnung, dass diese Einstellung auch die nächste Zeit erhalten bleiben würde, vergebens.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Es ist ein Teufelskreis.
Durch die Weise wie sie enttäuscht, verletzt, hintergangen wird, wird sie kälter.
Je kälter sie wird umso kälter werden die, die sie kennt zu ihr.
Umso gleichgültiger ist es denen was mit ihr passiert.
So verliert sie Freunde. So wird sie immer wieder und wieder verletzt. So wird sie unfähig Bekanntschaften gegenüber neuen Personen zu schließen. Und es wird immer so weiter gehen. Sie wird tiefer und tiefer sinken und die Wahrscheinlichkeit jemals diese endlose Kette zu brechen ist gering und täglich wird sie geringer.
Vielleicht wärst du der, mit dem alles besser geworden wäre. Der, mit dem ich glücklich geworden wäre. Aber jetzt ist es egal und das eine Frage, auf die ich nie eine Antwort bekommen werde.

Sonntag, 12. Februar 2012

Jedes Ereignis hinterlässt Spuren.
Jede Erinnerung ist ein Puzzleteil in der Geschichte eines Menschen.
Und manchmal muss man nur einen einzigen Song hören und es ist, als wäre wieder alles wie damals.
Für einen kleinen Moment.

Samstag, 11. Februar 2012

ღHerzflimmern Kapitel 2

Einen Moment nach dem anderen stand sie regungslos da. Schweigend, ihr eigenes Spiegelbild anstarrend. Was zur Hölle war das??? fragte sie sich. Doch sie rechnete nicht damit von irgendeinem Geistesblitz eine Antwort zu bekommen.
Sie wischte sich unberührt die Tränen weg, griff zu ihrem Bademantel, ging in ihr Zimmer und zog sich ihre Schlafsachen an.
Vika war dabei das, was unter der Dusche passiert war zu vergessen. Es gab sicher eine einfache logische Erklärung. Bestimmt war es auch nichts Schlimmes. Sie kannte Ähnliches, wenn auch nicht so heftig.
Vika machte es sich gemütlich, legte sich in ihr Bett und entspannte sich. Irgendwie war sie auch müde.. und in ihrem Bett war es so kuschelig und warm. Fast wäre sie auch eingeschlafen, wenn sie nicht gehört hätte, wie sie eine Nachricht bekam.
Mit einem leisen Gähnen, das von der plötzlichen Müdigkeit ausgelöst wurde, welche, ihrer Vermutung nach von dieser Herzattacke oder was das auch war, kam, stand sie auf und nahm ihren geschlossenen Laptop in ihrem Bett auf den Schoss.
Benn hatte ihr geschrieben. Er war ein guter Freund von ihr und auch von ihrem jetzigen Ex Julius. Aber die Geschichte war schon eine Weile her. Sie wusste aber noch, dass Benn immer etwas eifersüchtig war, wenn sie von Julius geküsst wurde. Das waren noch Zeiten... Damals, diese eine Woche, das war einfach das Paradies. Benn war einer von Julius' Freunden, den sie in der Zeit kennenlernte. Er kannte auch Dan aber die Beiden mochten sich nicht sonderlich und verbreiteten oft Lügengeschichten über den anderen, was sie immer Zweifeln ließ, wem sie glauben sollte.
Dan? Dem Jungen, der sie liebte aber Benns Meinung nach nur auf das Eine aus war.
Oder doch Benn? Der, mit dem sie schon lang befreundet war, aber angeblich eifersüchtig ist.
Allerdings klang das, was Benn über Dan sagte nicht sehr glaubwürdig, wenn man über die Situation nachdachte und feststellt, dass es etwas... naja schon dämlich wäre nur Sex zu wollen, aber hunderte Kilometer voneinander getrennt zu leben und vorallem keine Ahnung zu haben, wann man sich denn nun sieht. Vielleicht hätte es Jahre gedauert und dann ist da auch noch die Frage ob Vika es dann auch wollte.
Aber als sie sah, was Benn ihr geschrieben hatte, hörte sie sofort auf darüber nachzudenken und sich den Kopf zu zerbrechen. Sie schluckte und war auf einmal hellwach.
-Dan ist tot.
-Du verarschst mich Benn. Das ist nicht lustig.
Sie dachte das alles wäre nur ein schlechter Witz. Einer von denen, die Benn öfter machte und einfach nur nervten.
-über sowas macht man keine Witze. Es ist echt so.
-ich glaub dir nicht.
-les das. Denn wirst dus.
Er schickte ihr einen Link. Diesen öffnete sie und es war ein Unfallbericht über einen 16-Jährigen, dem, wärend er auf seinem Motorrad unterwegs war, ein Van hinten rein gekracht ist. Es war sogar ein Bild dabei.
Während sie las bekam sie Gänsehaut an ihrem ganzen Körper. Sie fing an zu zittern aber wollte es nicht einsehen. Selbst dann nicht, als Benn meinte, dass es Dans Maschine sei. Selbst dann nicht, als sie erfuhr, dass das was passiert war nur wenige Kilometer von Dans Haus entfernt war.
Er darf nicht tot sein. Er kann nicht tot sein. Der verarscht mich doch. Dass ist nicht wahr!
-Ruf doch Julius an.
-Das werd' ich auch.
Sie lief zum Telefon. Zwar waren ihre Knie weich wie Butter, trotzdem schaffte sie es in ihr Zimmer zu laufen und dort die Nummer zu wählen und das beides in einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit. Es muss das Adrenalin sein, dachte sie sich.
Sie stand inmitten von ihrem Zimmer. Zu aufgewühlt war sie um sich hinzusetzten und sich auszuruhen. Bevor sie nicht 100%-tig die Wahrheit wusste würde sie gar nichts. Und sich erstrecht nicht beruhigen. Daran dachte sie nicht im Traum.
Sie lauschte dem Freizeichen-Ton. Einmal hörte sie ihn... zweimal... dreimal...
Julius nehm ab es ist wichtig!!
Nach dem fünften Mal nahm Jemand ab.
,,Hallo hier ist Vika. Ist Julius da?"
,,Du redest mit ihm"
Sie war so aufgewühlt, dass sie nichtmal die Stimme von ihm erkannte.
,,JUS! Was weißt du über Dan?!"
,,Dan? Was soll mit ihm sein?"
,,Benn hat mir so'n Scheiß erzählt..."
Sie spürte wie Erleichterung aufkam. Doch nachdem Julius etwas sagte war sie verflogen.
,,Warte, welchen meinst du? Den mit dem wir unterwegs waren, oder? Dan Dearing?"
,,Nein ich meine Dan Grant.", sagte sie mit zittriger Stimme. Ihr ganzer Körper zitterte wie Ästenlaub. Als sie hörte was er sagte sank sie zu Boden und Tränen begannen aufs Neue ihr Gesicht zu fluten.
,,Dan Grant? Der ist mausetot."

Freitag, 10. Februar 2012

Messer rein, Messer raus, Messer rot, Schlampe tot

Jedem Mensch, den du kennenlernst, gibts du ein Messer in die Hand.
Manche werden es wegstecken oder wegschmeißen, weil sie nicht wissen, was sie damit tun sollen.
Andere werden dich täuschen und dich damit immer wieder verletzten. Wenn du nicht hinsiehst, ihnen glaubst, oder einfach denkst es ist alles gut, rammen sie es dir in die Seite. Vielleicht wirst du ihnen verzeihen, weil sie meinen es wäre aus Versehen. Aber richtige Freunde wissen, womit sie dich verletzten.
Denn die werden immer hinter dir stehen. Mit dem Messer in der Hand, dass du ihnen gegeben hast werden sie dich verteidigen, egal vor was.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Die Guten versaut man.
De Schlechten vergrault man.
Das Leben einer Bitch.
Ständige Rechtfertigung und Leugnung dessen, was man ist.

Samstag, 4. Februar 2012

Ich möchte allen danken die mir halfen die 1.000 Seitenaufrufe zu schaffen. Ohne euch da draußen hätte ich das nie geschafft. Ich würde mich freuen wenn es in Zukunft so weitergehen würde. Also sollte euch das gefallen was ich hier schreibe dann werdet doch Mitglied wenn ihr wollt. Ich würde mich darüber sehr freuen auch wenn ihr helft diesen Blog bekannter zu machen. Danke jedem Einzelnen :)

ღHerzflimmern Kapitel1

Vika blickte beiläufig aus dem Fenster. Der Sonnenuntergang dieses Januar-Abends war wunderschön, wenn auch ungewohnt für die Jahreszeit. Zwischen den Häusern auf der anderen Straßenseite leuchtete der Himmel Blutrot. Während sie verträumt zusah wie der Himmel immer dunkler wurde und nebenbei Musik hörte, wie sie es immer tat, wenn sie an ihrem Laptop saß, hörte sie das klirrende kurze Aufklingen des Nachrichtensignals bei Facebook.
Dan  hatte ihr geschrieben
-Hey
-Hi
Sie seufzte, denn er.... Er war einer der wenigen Menschen, der sie überforderte. Aber nicht nur er. Da war noch Rick. Obwohl... eigentlich überforderte sie sich selbst. Beide wohnten weit weg von ihr. Vor gar nicht so langer Zeit,  einer Woche, vielleicht zwei, war sie noch mit Rick zusammen. Es lief eigentlich auch alles ganz gut. Täglich schrieben und camten sie. Natürlich vermissten sie sich, doch sobald Rick, der 17 war, seinen Führerschein hatte, wollte er zu ihr. Damals schien alles so, als würden sie es schaffen. Die ganze Zeit haben sie sich das vorgenommen.
Warum Rick auf einmal eiskalt zu ihr wurde, wusste sie nicht. Aber das tat er selbst nichtmal. Er verließ sie für eine Andere. Vika brach aus Wut und Enttäuschung den Kontakt ab. Obwohl sie ihn noch immer liebte. Aber sie wusste nicht wie es anders hätte weitergehen sollen.
Doch als sie einige Zeit später eine Sms bekam, in der Rick wieder Kontakt wollte, überlegte sie nicht lang. Sie dachte er würde sie wieder zurück wollen, doch es war ganz anders. Diese Schlampe hatte ihn die ganze Zeit über nur verarscht.
Dan aber könnte sie von Rick ablenken. Er war nett und sagte ihr oft, das er mehr wollte.
Einerseits wusste Vika, dass, wenn sie ihm eine Chance geben würde, sie sich mit der Zeit von alleine in ihn verlieben würde und so endlich von Rick loskäme. Andererseits... Sie hätten keine Zukunft, das war klar. Sie würden sich so bald nicht sehen. Und sie log ihn doch nur an. Wenn er sagte, dass er sie liebe, sagte sie, dass sie es auch täte. Aber was sollte sie anderes tun, wenn sie ihn nich verletzen wollte?
Vika lehnte sich zurück und spürte dabei die Stiche, die sich wie Nadeln in ihr Herz bohrten. Sie zuckte kurz zusammen, eine Sekunde später ging es wieder. Soetwas kam öfter vor. Angeblich war es normal. Wachstum, meinte der Arzt als Grund. Sie war ziemlich skeptisch, was das anging.
-Wie gehts?
leuchtete im Chat auf. Sie antwortete nach kurzem Zögern
-Gut dir?
-Auch. Was machst?
-Fernsehen du?
-Fahr gleich zu Oma
Kurz war es still, dann kam eine neue Nachricht.
-Naja ich liebe dich.
Vika hielt kurz inne. Was sollte sie sagen? Wieder lügen, damit er glücklich war? Wie konnte sich etwas so Falsches nur so richtig anfühlen? Es war doch das, was er wollte.
- ok denn viel Spaß da
-danke...
Sie fühlte sich schlecht, dass sie ihn anlog und wollte endlich ehrlich zu ihm sein. Also schrieb sie ihm nach etwas Überwindung eine längere Nachricht, denn so wie jetzt ging es schon Tage. Viel länger sollte es nicht so weitergehen.
-hey ich glaub ich muss mit dir reden...
naja ich denke nicht dass wir zusammen sein sollten.. jedenfalls noch nicht jetzt sofort... ich glaub du würdest nicht mit mir klarkommen beziehungsweise mit einer Beziehung mit mir zufrieden sein, weil ich selbst nicht mit mir zufrieden bin... zu anstrengend und eh die kleine klassische Bitch... ein Mädchen, das du denke ich mal besser nicht haben solltest, ich würde dir nur das Leben schwer machen mit all meinen Problemen. Außerdem ist das mit der Entfernung nahezu unmöglich.
Es war schwer für sie all das zu schreiben, was sie dachte. Aber es war wenigstens mal die Wahrheit.
-Das machst du nicht und du bist keine Bitch!!
Sie wollte sich nicht mit ihm streiten. Nicht schon wieder. Nicht über das Thema.
-hey aber wegen Beziehung, sag mir einen Grund warum ich nochmal darüber nachdenken sollte.
-weil ich dich nicht verlieren will
kam sofort von ihm als Nachricht.
Sie seufzte. Dagegen konnte sie nichts sagen.
-ok
Dan donnerte sie nur so mit Nachrichten zu.
-außerdem machst du mir keine Probleme. Das stimmt gar nicht! Wir können das schaffen.
Ich liebe dich und du mich doch auch oder?
Vika hasste sich schon bevor sie es schrieb. Sie donnerte in die Tasten und voller Wut auf sich selbst schließlich auf Enter.
-Ja
-Sicher
kam eine Sekunde später
Wieder ja.
-ok das ist schön.
aber ich muss jetzt los
-ok bye
Vika drückte ihr Gesicht in die Kissen. Es war nicht kompliziert. Es war ganz einfach. Vorrausgesetzt er wäre ihr egal, vorrausgesetzt seine Gefühle wären ihr gleichgültig, vorrausgesetzt sie könnte ihn ohne zu zögern mit der Wahrheit konfrontieren und schwer verletzen. Wenn sie das alles könnte wäre es ein Kinderspiel für sie. Doch sie konnte nicht eine einzige Sache.
Sie war aufgewühlt und ihre Gedanken drehten sich immer wieder um ihn und darum, was sie ihm antat. Würde sie wollen, dass jemand so zu ihr ist? Sie so anlügt?
Selbst als sie unter der heißen Dusche stand, konnte sie dies nicht ablenken. Nicht das kochende Wasser, nicht der Dampf, der wohltuend aufstieg und das Glas der Dusch-Kabine beschlagen lies. Egal was sie tat, ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Sie strich sich die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht und stützte sich an der Wand ab.
Egal wie riesig ihre Probleme waren, sie warf sich das alles vor, egal was. Denn sie alleine war Schuld an allem. SIE belog ihn. SIE verarschte ihn. SIE machte ihm Hoffnungen und SIE hasste sich selbst für all das mehr als alles andere auf der Welt. Vor ihrem eigenen Gericht ließ sie keine Ausreden gelten. Von wegen, es würde sich doch alles ändern, nach einer Zeit würde sich doch auch in ihn verlieben. Es würde doch alles noch gut werden....
Sie stemmte die Hände gegen die Glastür. Ihre Fäuste ballte sie so sehr, dass ihre Fingernägel in ihre Handfläche stachen. Diese Wut auf sich selbst ließ sie zittern, als wären um sie herum Minusgrade. Dabei floss das heiße Wasser die ganze Zeit ihren Rücken hinab.
Auf einmal aber stand die Zeit einen Moment still.
Etwas prallte auf sie.... hart auf ihre Brust.
Nichts Physisches.... etwas anderes durchstach sie.
Vika krümmte sich zusammen  und ging auf die Knie.
Es stach immer weiter durch sie hindurch. Immer tiefer. Sie musste sich den Mund zuhalten um nicht zu schreien. Die andere Hand presste sie gegen ihre Brust, als müsste sie ihr Herz zurückhalten, damit die Stücke in die es gesprengt wurde ihr nicht herausfielen.
Als ihr schwerer Atem wieder leichter wurde und die Schmerzen von einer auf die andere Sekunde weg waren, sah sie in den Spiegel. Da war nichts. Nichts, dass sie ansatzweise ängstigen könnte. Kein Blut. Sie sah auch nicht besonders blass aus, wie sie es bei schlechter Durchblutung gewesen wäre. Das Einzige, was sie im Spiegel sah, war ein Mädchen, das vor Schmerzen völlig verheult war.

Sicherlich wären noch einige Tränen mehr ganz bewusst geflossen. Wenn sie wüsste, was zur
gleichen Zeit 300 km entfernt passierte.

Freitag, 3. Februar 2012

Herzflimmern <'3

"Es war als würde man durch ihren Körper mit einer Eisenstange bohren. Die Rippen zerschmettern, das Herz in Stücke fetzen und die Wirbelsäule brechen. Alles zusammen. Alles auf einmal. Doch das Schlimmste für Vika war, dass sie wusste, was dies bedeutete. Das diese Schmerzen nicht nur ihre waren, sondern die eines Anderen. Von einem, dessen Leben sie kosteten."



Hier ein kleiner Vorgeschmack von der neuen, besseren Story an der ich schreibe.
Sie heißt Herzflimmern und es geht um das Mädchen Vika, das die typischen Teenager-Probleme hat, wie jedes Mädchen. Als leichte Herzstiche sie belasten, heißt es zuerst es käme vom Wachstum.
Doch schnell merkt sie, dass viel mehr dahinter steckt, als die Stiche zu reinen Höllenqualen werden und seltsamer Weise immer mehr Freunde von ihr zufällig sterben. Ausgerechnet dann, wenn sie es vor Schmerzen könnte.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Man muss immer stark bleiben, egal was passiert. Auch wenn das Leben einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Dann muss man aufstehen, egal wie schwer es fällt und weitergehen. Sonst bleibt man ewig da liegen, vom Leben geschlagen.

die Gier der Menschen


Manchmal sollten Menschen mal die Klappe halten und nicht das sagen was sie denken. Einfach weil es besser so ist. Sonst würde alles doch nur viel zu kompliziert werden. Freundschaft wird zu Feindschaft. Liebe zu Hass. Oder Bekannte werden such fremd. Darauf läuft es meistens hinaus. Nicht immer, aber oft. Oft genug um zu wissen wann es besser ist einfach still zu sein.
Es heißt, wer nicht wagt der nicht gewinnt.
Wer wagt und verliert hat nichts.
Also sollten wir zufrieden sein mit dem was wir haben. Es ist doch genug, eigentlich?
Es könnte viel weniger sein...
Rieskiere nicht zu viel. Sei lieber mit dem zufrieden was du hasst. Denn es ist gut so wie es ist.
Das was du hast ist dir sicher. Das was du willst nicht. Was ist wenn du wagst und am Ende alleine dastehst? Wenn alles weg ist, nur weil du gierig warst?
Dann hast du gar nichts, wahrscheinlich nichtmal das was du vorher hattest....