Sonntag, 10. Juni 2012

Zukunft ohne dich

Letzte Nacht Herrschte Krieg.
Ich sah ihn vor mir und hinter mir standest du.
Sein Blick war voller Trauer und Verzweiflung. Ich war nicht sicher, ob es wirklich eine Träne war, die ich in seinen Augen funkeln sah.
Er bettelte mich förmlich an.
,,Bitte, ich habe es eingesehen. Es tut mir leid, verzeih mir."
Dann nahm eh meine Hand, doch ich riss sie ihm weg. Du nahmst sie stattdessen.
Ich hätte lachen können. Ihn auslachen.
Wer sei seiner Meinung die Herzlose Schlampe? Ich. Und doch schämte er sich nicht dafür, mich betrogen zu haben, mich wie Dreck behandelt zu haben und sich nie bei gemeldet zu haben. In seinen Augen war ich die, die an allem Schuld hatte. Dabei war ich die Einzige, die kämpfte. Und dass ich ihn geliebt hatte, hatte er nicht verdient. Dass er jetzt anderer Meinung war, spielte er wahrscheinlich nur vor, weil er nicht alleine sein wollte. Weil er es nicht konnte. Ebenso wenig, wie ich. Allerdings war ich nicht ganz so jämmerlich wie er und hatte den gefunden, der so etwas wie meine zweite Hälfte war.
Er sah dich scheinbar nicht. Oder tat er es doch? Vielleicht bemühte er sich deswegen umso mehr.
Er fiel auf die Knie vor mir und wollte einen Moment lang zu meiner Hand greifen. Doch du hieltest sie, so blieb es ihm verwehrt.
,,Bitte Vanessa, ich liebe dich! Ich habe dich die ganze Zeit geliebt, wirklich!"
Ich wollte meine Zeit nicht damit verschwenden, mit ihm über Sinnloses zu diskutieren, ließ deine Hand los und hielt sie ihm hin. Als er den Ring sah, verstummte er und starrte mich mit großen sprachlosen Augen an. Er stand auf, doch sagte nichts.
Ich lächelte ihn an, ohne dass es irgendwie böswillig zu deuten war und sagte:
,,Seit fast 2 Jahren."
Ich sah zu dir. Du gabst mir einen Kuss, während er dich eifersüchtig anfunkelte, hast deine Hand auf meinen Bauch gelegt, zu ihm geschaut und gesagt.
,,...Und bald schon eine glückliche Famile:"
Ich legte meine Hand über deine und über das kleine Wesen in mir, das noch nicht ganz 3 Monate alt war. Er ging davon, ohne ein Wort zu sagen und ohne unsere heile Welt zerstört zu haben.
Ich war 27 und glücklich.

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