Mittwoch, 12. September 2012

11. September

Als ich sah, dass mein erster Block ( Schulstunde die in dem Fall 90 min dauert) ausfiel und ich vergebens versucht hatte zu Hause anzurufen, beschloss ich den Weg nach Haus zu laufen.
Eine Viertelstunde dauerte es normaler Weise. Vergleichsweise eine kurze Dauer.
Aber heute wollte ich eigentlich nicht laufen. Krank war ich und hustete mir die Lunge aus dem Leib, bis meine Augen begannen zu tränen. Ziemlich kalt war es für die ersten Septembertage. Nebelig noch dazu. Keine Waschküche, aber viel weiter als 20 Meter konnte ich nicht sehen.
So ging ich meinen Weg, hörte den Lärm des Schrottplazes, was wie die Hintergrundmusik eines schlechten Horrorfilmes klang.
Abgesehen davon gab es nicht viele Geräusche. Mein Husten und der Klang meiner Schritte. Selten fuhr ein Auto an mir vorbei, immer weiter, bis es im Nebel verschwand und als Letztes man noch die Scheinwerfer einmal aufblitzen sah, bis auch das letzte Licht vom Nebel verschluckt wurde.
Mir war kalt, obwohl ich relativ dick angezogen war. Mein Körper fühlte sich zu schwach zum Laufen an. Betäubt und kraftlos und außerstande die paar Schritte zu tun.
Von den Bäumen hingen weiß gefrohrene Samen eines Baumes, dessen Namen ich nicht wusste. Das Verkehrsschild zierte einweiß gefrohrenes Spinnelnetz. Kurzum, die Welt schien in deinem Moment einfach nicht die zu sein, die ich kannte. Mein Weg war, wie ein Streifzug durch ein unbekanntest mystisches Land. So war jeder Baum, Jeder Grashalm, Spinnenwebe, und Jeder Stein auf dem Fußweg keineswegs zu dem altbekannten Weg zu gehören. Fremd, als wäre alles aus einer anderen unheimlichen Welt.
Meine Schritte schluften auf den Platten. Die Hälfte hatte ich geschaft.
Jeder meiner Muskel schmerzte. Wieder Husten, wieder Schmerz. Das Geräusch schallte durch die Bäume. Weit, bis es von etwas stumpen abgedämpft wurde. Fast wie ein Echo war es.
Ich schloss zwischenzeitlich die Augen. Alles was ich wollte war Schlaf.
In meine Straße bog ich ab. Ein Schritt, zwei, drei... Überlegte, was ich gleich tun würde. Schlafen? An den Laptop? Nochmal ordentlich Frühstücken. Schließlich war genug Zeit.
Realiersen tat ich das alles um mich nicht mehr. Hörte nicht die Schritte hinter mir. Ich ging langsam, schleißlich waren es nichtmal 100 Meter. Gleich war ich da. Ich konnte mich hinlegen, entspannen...
Ich spürte einen heftigen Hieb auf den Hinterkopf, spürte, wie ich auf den kalten Stein fiel, dann wurde alles schwarz. Doch sowie ich spürte, dass mich jemand fortzerrte, hörte ich laute schwere Schritte. Eins, Zwei, Drei..