Freitag, 17. Mai 2013

Loneliness

Während ich durch dicke Wolken das Rot des Sonnenuntergangs sehe und gerade die Straßenlaternen anfangen zu flackern, laufe ich durch die Straßen.
Ich fühle mich leblos.
Es scheint mir, als würde die Kriminalität des Friedrichsbergs und der Eriktraßenviertel erwachen. Ich irre durch Mückenschwärme auf dem Weg nachhaus.
Es ist, als stände auf meiner Stirn "gebrochen" , oder etwas in der Art. Als würde ich das, was ich spüre einen Kilometer weit ausstrahlen.
Meine Schritte werden langsamer, schlurfend. Es passt zum Rhythmus der Pringels-Packung in meiner Tasche, die jedes Mal, wenn sie gegen meine Hüfte schlägt, raschelt.
Ich will eigentlich gar nicht nachhause.
Schon fast verzeifelt sehne ich mich nach einem Ausweg. Dass jemand kommt und mich in sein Auto zerrt, mich überfährt, oder mein Herz schlapp macht, wie es das vorhin schon fast getan hat. Es hätte mir damit ein einziges Mal in meinem Leben einen Gefallen tun.
Ich will den Pause-Knopf drücken. Spielstopp. Haltet die Welt an, ich will aussteigen.
Mittlerweile brauche ich mich nicht mehr zusammenreißen. Es fällt mir leicht. An dieses Gefühl, als hätte man mir das Herz aus dem Leib gerissen, habe ich mich schon lange gewöhnt. Fast so lange nicht gespürt, aber wo es jetzt da ist, begrüße ich es mit offenen Armen.
Ich weiß, dass ich zusammenbrechen werde, sobald ich zuhause bin. Und dass ich zuspät bin und ärger bekommen werde. Ein weiterer Grund nicht ankommen zu wollen.
Der Himmel am Ende meiner Straße leuchtet Rosa zwischen den Wolken. Für Nachbars Katzen beginnt die Ausgangszeit. Sie sitzen vor den Türen und überqueren die Straße. Ich höre weit entfernt gefauche, doch es wird übertönt von dem Zwitschern der Drosseln, das aber auch langsam leiser wird.
Ich will nicht... nachhaus... Ich hab es nicht eilig. Ich will nicht lesen, wie alles außeinander gebrochen ist. In den Moment wünsche ich mir, ich hätte das zweite Monster getrunken. Vielleicht hätte es mein Herz nicht mitgemacht. Vielleicht hätte ich einmal in meinem Leben Glück gehabt.
Ich fühle mich einsam und alleine... aber es ist gut. Es zeigt mir, dass ich noch lebe.
Es sind keine zehn Schritte mehr bis zu meinem Haus. In der Garage meiner Nachbarn hängt ein riesiges Lacken, auf dem "Welcome back" steht. Der Herzluftballon verliert Luft und hängt zu Boden. Grillgeruch steigt mir in die Nase.
Ich könnte heulen und eins aufhängen auf dem "Bye bye" steht



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